«Den Willen, sich selbst zu integrieren…»

 
«Den Willen, sich selbst zu integrieren…»

Philippe Wilhelm differenziert richtig, dass früher nicht gleich heute ist und dies aus verschiedenen Gründen. Bedauerlicherweise unterlässt er den ausschlaggebenden und wichtigsten Faktor für eine erfolgreiche Integration zu erwähnen. Einmal verfügte Alexander Spengler damals nicht nur über den gleichen sprachlichen und kulturellen Hintergrund, nämlich das aufgeklärte Europa, sondern er war tatsächlich ein qualifizierter Zuwanderer, mit entsprechenden Schulabschlüssen, welche er dann mit einem erfolgreichen Medizinstudium in Zürich krönte. Die Hürden für eine erfolgreiche Integration waren also bedeutend tiefer. Nicht vergessen werden darf zudem, dass seine erfolgreiche Integration nicht das Resultat von staatlich verordneten und finanzierten Coaching- oder Integrationsangeboten war, sondern das seiner persönlichen Bemühungen, unterstützt von seinem Umfeld.

Es ist richtig, dass Davos heute noch vom Schaffen Alexander Spenglers profitiert, welches auch von der Lebenshaltung Spenglers geprägt war, was kann ich für die Gesellschaft tun?

Es steht ausser Frage, dass die IG offenes Davos eine wertvolle Institution geworden ist, welche die Integrationsbemühungen der mittlerweile zahlreichen Personen des Asylbereichs unterstützen kann. Doch kann Integration tatsächlich extern mit Geld erwirkt werden? Wie erfolgreich ist die staatliche Integration tatsächlich, welche uns (Bund und Kantone) jährlich weit über 115 Mio. kostet, alleine im Kanton Graubünden (mit Bund und Gemeinden) waren es 2015 Fr. 4.7 Mio.?

Fakt ist, dass von den erwerbsfähigen Personen des Asylbereichs im Kanton Graubünden nur 17.9 % der Asylsuchenden, 43.5 % der vorläufig Aufgenommenen und 33.9 % der anerkannten Flüchtlinge am 31.12.2016 auch tatsächlich erwerbstätig waren und dies bei bestehenden staatlich verordneten und finanzierten Integrationsprogrammen. Ziemlich ernüchternd.

Es scheint vielmehr, dass diese staatlich verordneten Integrationsprogramme die Haltung vieler Personen des Asylbereichs, insbesondere auch der Flüchtlinge fördert, dass Integration eine Aufgabe des Staates ist und entsprechend auch deren Passivität bezüglich Eigenleistung. Und dies obwohl in der entsprechenden Verordnung, in Art. 4 (VintA) ausdrücklich auch der Beitrag der AusländerInnen gesetzlich verankert wäre:

  1. Respektierung der rechtstaatlichen Ordnung und der Werte der Bundesverfassung

  2. Im Erlernen der am Wohnort gesprochenen Landessprache

  3. In der Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen in der Schweiz

  4. Im Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung

Und damit kommen wir zum wichtigsten Faktor einer erfolgreichen Integration: es genügt nicht, dass der Staat entsprechende Coaching und Ausbildungsangebote kreiert oder Vereine die zu Integrierenden unterstützen. Es ist die Haltung der Personen des Asylbereichs und insbesondere auch der anerkannten Flüchtlinge, welche den Ausschlag für eine erfolgreiche Integration gibt. Der Integrationswillen und der Willen, an unserer Gesellschaft teilzunehmen, etwas zu unserer Gesellschaft beizutragen oder zurückzugeben, muss von den Migranten kommen. Dann und nur dann ist eine Integration tatsächlich möglich und damit kann die Herausforderung Migration tatsächlich erfolgreich gemeistert werden.

Valérie Favre Accola,

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